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Im Konflikt wachsen

Jeder Tag eines Entscheidungsträgers ist gefüllt mit kleinen und großen Fragen, die beantwortet werden sollen. Dazu gehören nicht selten Konflikte, die von Mitarbeitern vor der Tür der Führungskraft abgeladen werden denn: „er oder sie soll richten, wie das hier enden soll oder wer hier Recht hat“.

Schon im Sandkasten lernen die Kinder, dass wenn sie sich an einen Erwachsenen wenden, die weggenommene Sandschaufel schnell zurückkommt, denn die Mutter wird es der anderen Mutter nahelegen, die Sandschaufel herauszurücken. Ist das aber weitsichtig genug? Die Kinder lernen dadurch, die Verantwortung für eigene Konflikte an Erwachsene abzugeben. Ich klammere hier Situationen aus, in denen die Gesundheit und das Leben der Kinder in Gefahr und das Eingreifen eines Erwachsenen notwendig ist. Nach dem Sandkastenalter sind es die Lehrer und schließlich der Chef in der Arbeit.

James Hollis, ein amerikanischer Psychoanalytiker empfiehlt auf dem Weg zu einer guten Entscheidung, sich selbst eine wegweisende Frage zu stellen:

 „Schwächt mich meine Entscheidung oder lässt sie mich wachsen“?

Im Kontext eines Konflikts, sollte die Frage aus der Sicht des Leaders um den Wirkungsgrad im Team erweitert werden. Daher im Falle von Konflikten sollte die Frage lauten, ob das Übernehmen der Verantwortung für das Finden einer Lösung die Konflikt-Beteiligten schwächt oder wachsen lässt. Die Frage muss nicht direkt beantwortet werden, es reicht im ersten Schritt, die Situation und die Menschen zu betrachten, dazu gehören folgende Schritte:

  • die Ursachen vom Konflikt gemeinsam wahrnehmen und benennen
  • die Emotionen der Beteiligten würdigen
  • zum gegenseitigen Austausch darüber einladen
  • die Grenzen der Beteiligten erkennen

Alleine diese Haltung und Reaktion des Chefs wird den Konfliktparteien ermöglichen, sich emotional zu bewegen, was einen klärenden Effekt haben wird. Mein persönlicher Rat dazu: ist der Konflikt im weiteren Verlauf zu verfahren, ist ein spezialisierter Konfliktmediator dringend einzuladen. Menschen führen heißt auch sie loslassen können.

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